Das Glastonbury Festival: Ein klarer Fall für die Bucketlist

Glastonbury Festival Foto: Hannelore Kirchner

Um vom Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts, das jedes Jahr Ende Juni auf einer Farm in Südengland stattfindet, erzählen zu können, muss man zuerst einmal tief durchatmen und versuchen zu ordnen.

Ein unglaublich, beinahe unbeschreiblich, erstklassiges Festival der Spitzenklasse, das man erlebt haben muss. Ob Musikfan oder nicht, wenn man es erlebt hat, versteht man, warum es jeder Engländer auf seiner ganz speziellen „Bucketlist“ hat.

Foto: Hannelore Kirchner

In Glastonbury treffen sich einmal im Jahr die Größen der Musikbranche. Foto: Hannelore Kirchner

Jährlich versuchen eine Million Menschen eines der 180.000 Tickets zu bekommen, die innerhalb von 24 Minuten ausverkauft sind. Und das, ohne zu wissen wer spielt! Glücklichst einer davon zu sein, packt man dann, was man für fünf Tage Festival in England braucht: Zelt, Schlafsack, Panzerband, Bierdose, Kamera und  natürlich WELLIES, die typisch englischen Gummistiefel. Allein schon die Vorfreude, die einen beim Lesen der Website packt, die Spannung auf das Lineup, das nur Schritt für Schritt erweitert wird, zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht! 

Die Anfahrt läuft besser als jede Voraussage, vom Parkplatz angefangen über alles erdenklich Brauchbare ist wirklich alles extrem gut organisiert und technisch high-end. Der Weg zum Zeltplatz ist lang, alles zu schleppen, ankommen und durchatmen. Sich mit den Nachbarn anzufreunden geht ganz von selbst, so eng wie die Zelte stehen, und dann geht es gleich ab auf das Festivalgelände zum erkunden.

Es wird ein Erkunden einer für fünf Tage aufgestellten Festivalstadt in der 20.000 Menschen für 180.000 Menschen arbeiten und es allein 600 Foodstands (wofür entscheiden wir uns nur?!) gibt. Wir hätten gar nicht so viel mitbringen müssen, man kann von der aufblasbaren Matratze, über Wellies, Kleidung (geniales Vintage), Essen, Milch (ganz klar auf der Farm!) so ziemlich alles kaufen, was man für das Festivalvergnügen braucht. Findet man Zeit, kann man zum Friseur gehen, sich tätowieren lassen, einen Saunagang genießen, sich über alle möglichen Religionen informieren, oder einfach nur chillen, schauen und genießen. Die verschiedenen Areas wie ‘TheGreenFields’, ‘Silver Hays’, ‘Arcadia’, ‘LeftField’,… man kann sich nur wundern!

Gekommen sind wir trotz allem wegen der Musik. Die Bands spielen ja auch. Wo soll man da anfangen? Am besten noch einmal das lineup online überprüfen. Überraschenderweise hat Lionel Richie England so fasziniert, dass er auf der Bühne selbst nicht wirklich gewusst hat, was hier passiert. Eine sensationelle Show von ‘Florence and the machine’, erfahrene Größen wie Burt Bacarac und THE WHO, der Überraschungsact von den Libertines, upcomers und Hitlistenführer wie FFS, alt-J, Vaccines, Alabama Shakes, Pharrel Williams …

Es blieben keine Wünsche offen, nur der, dass wir gerne mehr Bands gesehen hätten, uns aber entscheiden mussten.

Aber auch spirituelle Führer wie der Dalai Lama lassen sich das Festival nicht entgehen.

Auch spirituelle Führer wie der Dalai Lama lassen sich das Festival nicht entgehen. Foto: Hannelore Kirchner

Sonntag: Yes, he ist coming! 

Die Rede ist von „The Holiness the 14th Dalai Lama“. Zirka eine Stunde vor seiner Rede hat die Festivalleitung per twitter bekannt gegeben, wo er sprechen wird. Auf der Hauptbühne, der Pyramid-Stage, hat Patti Smith ihm zum seinem 80. Geburtstag gratuliert und die Menge war verzaubert. Wie gewohnt wurde auch das über die Leinwände live übertragen, um alle teilhaben zu lassen.

Das Köpfemeer der crowd geht nahtlos in das der Zelte über

Die Dekoration, die Fahnen mit denen die Wege gesäumt sind, die Bühnen, die stands aller Art – es ist alles so wunderschön und liebevoll gestaltet. Das Wetter – ein Glücksfall! Anfang der Hitzewelle und doch Regen – so wie ein Festival sein soll – wir haben unsere Wellies gebraucht und etwas des typischen Glasto-mud erahnen können!

Der Müll wird schnell wieder aufgeräumt. Foto: Hannelore Kirchner

Der Müll wird schnell wieder aufgeräumt. Foto: Hannelore Kirchner

Das Glastonbury Festival hat eine sehr gute ‘green policy’

“Love the farm, leave no trace” lautet das Motto. Trotzdem verspürt man einen Wermutstropfen und das liegt sicher nicht am Festival, sondern leider an den Besuchern. Denn diese haben ordentlich viel Müll hinterlassen. Dank der vielen Helfer wird die Farm aber wieder sauber – zu schade, dass diese nicht gleich sauber gehalten werden kann. Die so schön gestalteten und schon seit dem ersten Festival typischen Mülltonnen fassen doch eh so viel.

Ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen wäre angebracht gewesen, so viel gab es zu sehen. Das muss man erst einmal verdauen.

Unvergesslich, wunderschön, ein riesiges Kompliment an alle Beteiligten und einen großen Dank an den Gründer und farm owner Michael Eavis und seiner Tochter Emily!

We will be there again! We have to relive it – it’s still on our bucket-list.

Zur Autorin: Unsere Gastautorin Hannelore Kirchner ist Portraitfotografin in Salzburg. Sie liebt es auf Menschen und das Leben einzugehen. Sie ist bereits seit 25 Jahren mit voller Begeisterung fotografisch tätig und lebt ihre Leidenschaft. Kürzlich hat sie das Glastonbury Festival in Südengland besucht und für uns diese Reportage geschrieben. Danke!

Hier noch einige tolle Eindrücke vom wohl coolsten Festival der britischen Inseln.

 

 

 

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