Skye Museum of Island Life: Wie die Schotten früher lebten

Museum of Island Life - Isle of Skye

Bei einem Besuch Schottlands, besonders der Isle of Skye, denkt man sich manchmal: „Die Landschaft ist wunderschön, aber bei den widrigen Wetterbedingungen muss das Leben früher schon sehr hart gewesen sein.“ Das Museum of Island Life gerade nördlich des Dorfes Kilmuir gibt einen kleinen Einblick, wie die Schotten früher gelebt haben. Das Museum besteht aus einer kleinen Ansammlung von Cottages, wie sie vor rund 100 Jahren noch die Highlands dominiert haben. Mit nur einem Raum ausgestattet und mit nur wenigen Fenstern boten sie zwar Schutz vor der Witterung, aber sie wirken auch sehr düster. Der Autor James Boswell soll über diese Hütten einmal gesagt haben: „Sie haben keine Zimmer, es scheint als ob die guten Menschen hier gar nicht auf die Idee kommen würden, dass man diese Häuser für etwas anderes als einen Schlafplatz nutzen könnte.“ So dramatisch ist es natürlich nicht, denn es gab auch so etwas wie einen Kamin, vor dem die Inselbewohner sich zusammensetzten und die Abende verbracht haben. Trotzdem hat uns der Betreiber versichert, dass das Dorf noch bis in die 1950er-Jahre bewohnt war.

Das Wetter in Schottland kann sehr düster sein.

Das Wetter in Schottland kann sehr düster sein.

Abgesehen von den Wohnhäusern gibt es noch ein einige andere spannende Gebäude. Werkstätten, eine Schmiede und eine Schule. Darin ist auch die Geschichte des Dorfes dokumentiert. Etwa wer aller in der Region im ersten Weltkrieg gefallen ist. Damals waren noch Soldaten aus einem Dorf in derselben Einheit zusammengefasst. Der dramatische Effekt: Wurde eine Einheit in der Schlacht aufgerieben, fielen gleich mehrere Söhne aus einem Dorf. So auch auf Skye, wo viele junge Männer von den Schlachtfeldern nie wieder zurückgekommen sind.

Aber zurück zum Museum: Ziemlich spannend fand ich das alte Werkzeug, alte Briefe und Plakate. 1965 wurde das erste Wohnhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Hauswände aus Stein sind bis zu einem Meter dick. Das ist auch notwendig, denn die Winter in Schottland können sehr kalt sein. Oft wurden auch gestrandete Schiffe für den Hausbau verwendet, denn auf den Highlands ist Holz Mangelware. Auf den Mauern ruht ein Strohdach und beheizt werden die Räume natürlich mit offenem Feuer.

Das Museum ist direkt an der Küste.

Das Museum ist direkt an der Küste.

Das Museum of Island Life wird übrigens privat betrieben. Ein kleiner Geheimtipp ist der Museums Shop. Nicht nur wegen der Mitbringsel, sondern auch wegen der Betreiberfamilie, deren Namen ich leider vergessen habe. Untereinander und auch mit den Kindern reden sie nämlich Gaelisch. Eine sehr spannende, aber leider auch seltene Sprache. Das Dorf Kilmuir ist das einzige Dorf in den Highlands, wo mehr als die Hälfte der Einwohner noch Scottish Gaelic sprechen. Im Gespräch erzählte uns die Familie dann, dass ihnen die Sprache sehr wichtig ist und sie sie auch ihren Kindern weitergeben möchten.

Die Cottages waren bis in die 1950er Jahre noch bewohnt.

Die Cottages waren bis in die 1950er Jahre noch bewohnt.

Ein Besuch des Museums zahlt sich allein schon wegen dieser Unterhaltung aus. Leider durften wir in den Hütten selbst nicht fotografieren. Auf der Website des Museums findet ihr aber ein paar Fotos.

Das Skye Museum of Island Life befindet sich etwa sechs Meilen nördlich von Uig auf der Isle of Skye. Geöffnet ist es von Ostern bis Oktober zwischen 9:30 und 17:00 Uhr. Sonntags ist das Museum leider geschlossen. Der Eintritt ist recht günstig: Erwachsene zahlen 2,5 Pfund. Schulkinder nur 50 Pence.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.skyemuseum.co.uk.

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