Acht Millionen Liter Whiskey und auch für die Engel bleibt etwas übrig

Schottischer Whisky (ohne „e“) ist weltberühmt, aber selbstverständlich gibt es auch anderswo gute Tropfen dieser Kategorie – etwa in Nordirland. Während unserer Reise in dieses schöne Fleckchen Erde Ende Oktober 2016 hat es uns unter anderem in das 1300-Seelen-Dorf Bushmills verschlagen und hier gibt es nicht nur viele nette kleine Shops, sondern auch eine der ältesten Whiskey-Destillerien der Welt: „The Old Bushmills Distillery“. Für Whiskey-Liebhaber zahlt sich ein Besuch und eine guided tour auf jeden Fall aus.

Sieht auf den ersten Blick aus wie eine Burg: eines der Gebäude auf dem Bushmills Distillery-Gelände.

Schon 1608 hat die Destillerie die Lizenz für die Whiskey-Produktion bekommen, heute werden hier jedes Jahr acht Millionen Liter davon hergestellt. Und nicht nur das: Bushmills ist die einzige Destillerie in Irland, die ihre Produkte zusätzlich vor Ort abfüllt und lagert. Deshalb gibt es auch eine eigene Feuerwehr auf dem Gelände – ein großer Brand 1885 hat die Destillerie komplett zerstört, mittlerweile sind die Abstände zwischen den Lagerhallen sehr groß, um ein Übergreifen eines möglichen Feuers weitgehend zu verhindern.

Als Teilnehmer der guided tour (die pro Nase acht Pfund kostet) wird man zuerst auf das strenge Fotografierverbot innerhalb der Gebäude hingewiesen, weshalb wir leider nur wenige Bilder von der Tour haben. Dennoch hat die Tour ihre Vorzüge – so wird einem etwa der Unterschied in der Herstellung zwischen irischem, schottischem und amerikanischem Whisk(e)y erklärt. Besonders nett ist die Illustration des sogenannten „Angel’s Share“ in einer der Lagerhallen: Dieser Begriff beschreibt das Phänomen, dass ein Teil des in einem Fass abgefüllten Whiskey über die Jahre verdampft – je älter der Whiskey, desto größer natürlich der Verlust – somit haben also auch die Engel etwas davon. Veranschaulicht wird das mit mehreren nebeneinander stehenden Fässern, in denen je nach Reifungsdauer unterschiedlich viel Inhalt zu sehen ist.

Wir haben uns bei der Verkostung für zwei verschiedene Sorten Whiskey entschieden.

In der Tour inkludiert ist auch ein Glas für die Verkostung. Hier dürften viele den 12-Jährigen wählen, denn den gibt es nur direkt in der Destillerie zu kaufen (zusätzlich wird Whiskey mit 5, 10, 16 und 21 Jahren Reifung angeboten). Übrigens: Wundert euch nicht, wenn ihr auf dem Gelände ein paar Flaschen Jameson seht – diese Whiskey-Marke aus Dublin wird hier nämlich abgefüllt, da beide Marken früher zum selben Konzern gehört haben. Und: In den Produktionshallen ist es teilweise sehr heiß, darauf sollte man sich schon vorher einstellen.

Selbstverständlich wurde im Shop auch gleich eine Flasche Bushmills gekauft.

Unser Fazit: Im Ranking der von uns bisher besuchten Destillerien landet Bushmills auf Platz zwei von drei: Pluspunkte gibt es für die solide Führung und die nette Atmosphäre, die auch davon profitiert, dass die Destillerie nicht allzu überlaufen ist (anders als etwa die jene in Talisker). Abzüge gibt es hingegen dafür, dass nur ein Glas Whiskey in die guided tour inkludiert ist (in der Arran Distillery in Schottland konnten wir mehrere Erzeugnisse und sogar von der Maische kosten). Insgesamt zahlt sich der Besuch jedenfalls aus. Außerdem können von Bushmills aus noch viele weitere spannende Ziele erkundet werden – etwa der berühmte Giant’s Causeway, der mit dem Auto keine zehn Minuten entfernt liegt und über den wir euch in einem der kommenden Blogposts erzählen werden.

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  • Michael Keulemann

    Hallo Johanna, das ist ein sehr interessanter Beitrag zum Thema Whiskey, danke dafür. Das werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, wenn ich mal nach Irland fahre, da ich mich sehr für Destillerien und guten Whiskey interessiere, danke für den Reisetipp. Ich selbst habe auch einen Blog, vielleicht findest du auf diesem auch ein paar interessante Tipps: https://ask-steuerberater-hannover.de/blog/, schau doch mal vorbei. Liebe Grüße aus Hannover von Michael Keulemann